Vom Guten im Schlechten - Wofür ich dankbar bin!
- carolineschroeder2
- 30. Juli 2024
- 2 Min. Lesezeit
psychotherapiejetzt - Praxis für Psychotherapie Caroline Schröder
Serie: Impulse

Oder nochmal anders formuliert von einem meiner Lieblingsautoren:
"Man weiß nie vor welchem größeren Unglück einen das Pech bewahrt hat." Cormac McCarthy
Wenn wir in der Krise sind, können wir dem nicht zustimmen. Aber in meinem Beruf darf ich Menschen begleiten und unterstützen, die den Weg aus der Krise finden. Dann verändert sich oft die Sichtweise völlig.
Noch eine schöne Weisheit aus Afrika: Lass über ein Unglück zwei Jahre ins Land gehen und es verwandelt sich in Glück.
Jetzt reden wir nur noch selten über die Corona Pandemie und die vielen Einschränkungen.
Während der Pandemie konnten wir in den Psychotherapiepraxen mit geringen Einschränkungen weiter arbeiten. Das war gut - für uns selbst und für unsere Patienten.
In den Therapiesitzungen wurde auch über die Ängste und Mühen, die die Pandemie und der Lock-Down gebracht hatten, gesprochen. Natürlich - das war das Thema, welches uns alle bewegt hat.
Nach einer Weile kamen einige Patienten und berichteten in den Sitzungen nicht mehr über die Ärgernisse und Einschränkungen, sondern darüber, was sie Neues für sich entdeckt hatten. Darüber, was jetzt doch ganz gut war. Eine Patientin bemerkte, dass sie es ganz angenehm fand, weniger Einladungen und soziale Verpflichtungen zu haben. Sie genoß die Zeit im kleinen Kreis mit Mann und Sohn. Andere entdeckten das Wandern oder das Kochen und Backen für sich. Diese Berichte häuften sich. Ich war sehr dankbar für diese optimistischen und versöhnlichen Berichte. Es gibt es doch: Das Gute im Schlechten!
Außerdem war ich wieder beeindruckt von unserer Anpassungsfähigkeit und Flexibilität.
Das zeichnet uns aus, die Menschen. Wir nennen das Resilienz.
Das ist ein wichtiger Teil unserer Menschlichkeit: wir können einen Weg finden mit Veränderungen gut umzugehen. Wir kommen klar und finden unseren Weg.
Auf der EMDR Europe Workshop Conference in Dublin, Irland 2024 war ein Kollege aus Israel, Gary Quinn.
Er setzt die Psychotherapieform EMDR - Eye Movement Desensitization and Reprocessing bei Menschen ein, die sich in einer akuten Belastungsreaktion nach Traumatisierung durch Kriegserfahrungen oder anderen schrecklichen Erfahrungen befinden (ISP - Immediate Stabilization Procedure® von Gary Quinn). Er stellt diese Methode auch seinen palästinensischen Kollegen im Gaza Streifen zur Verfügung. Auch hier finden wir das Gute im sehr Schlechten - dem Krieg.
Eine seiner wichtigsten Nachrichten in diesen akuten Situationen ist: "Du bist jetzt in Sicherheit! Diese Gefahr ist vorüber!". Die zweite heilsame Nachricht, die er wieder und wieder verwendet: "Du wirst lernen damit umzugehen!". Und er kann berichten, dass seine Patienten lernen damit umzugehen und sogar wieder zur Stütze für die Gemeinschaft werden.
Hier zeigt sich unter extremen Bedingungen die Anpassungsfähigkeit und Resilienz der Menschen: wir lernen damit umzugehen.
Ich bin dankbar, diese Prozesse bei meinen Patienten zu erleben und dazu beitragen zu können mit den Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie, mit hypno-systemischen Methoden und der EMDR-Therapie.
psychotherapiejetzt - Praxis für Psychotherapie Caroline Schröder © 2024



Kommentare