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Körperhaltung - Mächtige Wirkung in alle Richtungen

  • carolineschroeder2
  • 18. Feb. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 23. Feb. 2025

psychotherapiejetzt - Praxis für Psychotherapie Caroline Schröder, Dipl.-Psych.

Serie Fun Facts

Beeindruckende Haltung - der Katzenbuckel
Beeindruckende Haltung - der Katzenbuckel

Ein Zitat von Amy Cuddy

Dieser Blog muß mit einigen geklauten Sätzen, d.h. einem Zitat beginnen: Nonverbale Signale sind Kommunikation. "... Wir vergessen dabei aber das andere Publikum, welches durch den nonverbalen Teil beeinflußt wird. Und das sind wir selbst." So führt Amy Cuddy den wichtigsten Teil eines Vortrages zu ihrer Forschung zur Wirkung unserer Körperhaltung auf uns selbst ein.


Nicht nur Alter Wein in neuen Schläuchen

Allerdings ist das nicht ganz neu. Wenn ich in meinen Gruppen darauf zu sprechen komme, kennen einige den Effekt, dass auch wenn wir künstlich Lächeln unser Gehirn diese Rückmeldung aus den Gesichtsmuskeln als gute Laune interpretiert und sich die Laune verbessert.


Lächeltraining

Hier möchte ich noch das "Lächeltraining" empfehlen. Sollten sie mal einen ganz schwarzen Tag haben oder mit dem berühmten falschen Fuß aufgestanden sein, lächeln Sie einfach jeden, der Ihnen begegnet strahlend an. Sie werden verblüfft sein, dass die meisten unwillkürlich zurück lächeln und wie wunderbar diese Reaktion uns berührt.





Lächle und die Welt verändert sich. Buddha



Selbstsicherheit

Auch kennen einige den Effekt auf die Selbstsicherheit und das Durchsetzungsvermögen: wenn ich aufrecht, frontal zugewandt und auf beiden Beinen stehe, kann ich besser meine Interessen verteidigen. Am besten halte ich dazu noch meinen Kopf ganz gerade. Den Kopf schräg zu halten ist eine Unterlegenheitsgeste. Im Tierreich ist diese Geste am ehesten mit dem entblößen der empfindlichsten Stelle am Hals gegenüber dem dominanten Tier in einem Wolfsrudel zu vergleichen.


Das andere Publikum

Die Forschung von Amy Cuddy zeigt aber noch weitreichendere Wirkung. Sie lies Ihre Versuchsteilnehmer 2 Minuten in dominanten Körperhaltungen (High Power Poses) oder in unterwürfiger Körperhaltung (Low Power Poses) verharren. Bei den "High Power Poses" gab es die Haltung von "Wonder Woman": breitbeinig stehen und die Hände in die Hüften gestützt. Da wir nicht alle Wonder Woman kennen, erinnert uns diese Haltung vielleicht eher an die Frau des Schulhausmeisters, die uns gerade bei irgendeinem Blödsinn erwischt hat.

Es gab auch die Haltung mit den Beinen auf dem Tisch in den Bürostuhl gefläzt mit den Händen hinter dem Kopf verschränkt - großkotzig eben.

Mich erinnert das auch an so manche Pose, die Herr Elon Musk bei Wahlkampfveranstaltungen zur Unterstützung des damaligen Präsidentschaftkandidaten Trump gezeigt hat - die Siegerpose mit beiden Armen in der Luft. Selbst Menschen, die von Geburt an blind sind, nehmen im Moment eines Sieges oder Triumphes diese Pose ein, obwohl sie das nicht bei Vorbildern gesehen haben können.

Das spannende war, dass für diese Forschung nicht wie gewohnt Stimmungs- und Befindlichkeitsfragebögen vor und nach diesen 2 Minuten eingesetzt wurden, sondern dass mit Speicheltests auf Streßhormone und Testosteron getestet wurde. Nach den 2 Minuten mit den verschiedenen Körperhaltungen bekamen die Versuchspersonen die Chance auf ein Glücksspiel und dann wurde nochmals der Speicheltest abgenommen.

Die Menschen waren nach den dominaten Haltungen deutlich mehr bereit beim Glücksspiel etwas zu riskieren. Außerdem zeigte sich ein Anstieg von Testosteron um 20 % im Gegensatz zu den Personen in der unterwürfigen Haltung. Die zeigten eine 10% Reduzierung des Testosteronlevels im Speichel. Vielleicht noch bedeutsamer ist die Veränderung beim Streßhormon Cortisol: nach den dominanten Haltungen kam es zu einer 25% Reduzierung des Cortisollevels. Nach der unterwürfigen Haltung kam es zu einem 15% Anstieg des Cortisollevels.


Bedeutsame Ergebnisse

Wenn wir dazu betrachten, dass unser Gehirn auf vielen Ebenen auf diese Haltungen und die Hormone reagiert, wird klar wie bedeutsam diese Ergebnisse sind.

Das wirkt sich langfristig auf unsere Gesundheit, die Chancen im Alltag, die Wahrnehmung unserer Person von uns selbst und durch andere und unseren Lebensweg aus.

Wir können über diesen Weg wählen, ob wir selbstsicher und durchsetzungsstark oder stressanfällig und energielos sind.

Amy Cuddy zieht den Schluß, dass wir vor allem Mädchen und junge Frauen dazu ermuntern sollten "unweibliche" Posen und Verhaltensweisen zu üben, um sie zu bemächtigen ihr Leben selbstbewußt und durchsetzungsstark zu leben.

psychotherapiejetzt - Praxis für Psychotherapie Caroline Schröder Dipl.-Psych. © 2025






 
 
 

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