Kreativität steigern! Kann man das trainieren?
- carolineschroeder2
- 17. Sept. 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 24. Sept. 2024
psychotherapiejetzt - Praxis für Psychotherapie Caroline Schröder Serie FunFacts

Kreativität - das große Geheimnis
Grundsätzlich ist Kreativität eines der großen Geheimnisse - wie kommt jemand zu ganz neuen oder unerwarteten Ideen?` Das ist nicht nur in der Kunst, im Kunsthandwerk, Literatur und Theater und in der Musik eine interessante Fragestellung, sondern, auch im Alltag oder in der Wissenschaft.
Nach einem Umzug stand ich einmal in dem neuen Bad und habe nach einer Lösung für mehr Stauraum gesucht. Es fehlten Regale. Da das neue Bad so ganz anders geschnitten war, wie das vorherige Bad, wollte mir keine Lösung einfallen oder gefallen.
Am nächsten Morgen stand ich wieder in dem Bad ... und da war´s. Es war sonnenklar, wie die Lösung sein musste!
Auch Wissenschaftler sind kreativ
Nicht das ich mich mit großen Wissenschaftlern vergleichen will - aber hierher gehört die Geschichte von August Kekulé, einem Chemiker, der die Strukturformel für Benzol entdeckt hat. Er berichtete, dass er in einem Tagtraum die Elemente vor seinen Augen tanzen sah und das alte alchimistische Symbol der Ouroboros-Schlange die sich in den Schwanz beißt. Damit sei ihm klar gewesen, dass die Strukturformel des Benzols ein Ring sein muss.
Es gab auch einen anderen Wissenschaftler, der eine wichtige Erklärung gefunden hat, als er entspannt unter der Dusche auf die Wassertropfen geschaut hat, die den Duschvorhang hinunter gelaufen sind. Leider weiß ich nicht mehr, welcher Wissenschaftler und in welcher Fakultät. Falls Sie diese Geschiche und die Einzelheiten kennen, freue ich mich über eine Email - über mein Kontaktformular auf der Seite "Kontakt" auf der Webseite können Sie mich erreichen.
Kann man Kreativität trainieren?
Was haben diese Erfahrungen gemeinsam?
man beschäftigt sich intensiv mit einem Thema und
definiert es als Problem, bei dem die Lösung noch aussteht,
dann braucht es eine Pause, in der der Geist entlastet ist - Schlafen, Tagträumen, Duschen, Entspannen, etwas ganz anderes tun
und dann kann der Geist die gegebenen Elemente neu und/ oder sinnvoll zusammensetzen.
Das Unbewußte, das Unterbewußsein, das Nicht-Bewußtsein
Verarbeitung geschieht im Gehirn nicht nur im Bewußtsein, wenn wir über etwas nachdenken. Sondern auch, vielleicht sogar vor allem im Nicht-Bewußtsein. Mit andern Worten - das Gehirn arbeitet auf vielen Ebenen für uns, und wir merken es nicht bewußt.
Ich verwende hier absichtlich nicht den Begriff "das Unterbewußtsein"oder "das Unbewußte". Diese Begriffe sind zu sehr von der Lehre Sigmund Freuds, seiner Nachfolger in der Psychoanalyse und Tiefenpsychologie geprägt.
Das Nicht-Bewußtsein ist ein hochkompetenter und hocheffizienter Prozess, der dauerhaft abläuft. Der Prozess verläuf in der Regel zu unseren Gunsten. In der EMDR-Therapie (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) wird dieser nicht bewußte, aber hochkompetente Prozess AIP genannt - Adaptive Information Process. Das heißt "Adaptiver Informationsverarbeitungs Prozess". Dazu mehr, wenn ich in der Rubrik "Psychotherapie im Gesundheitswesen" die verschiedenen Verfahren der Psychotherapie erläutere.
So kann man Kreativität fördern
Kann man diesen Prozess trainieren?
Ja - man kann genau nach diesen Schritten - siehe oben - vorgehen:
sich erst mit einer Sache intensiv beschäftigen, das Problem definieren, eine Pause machen und den Geist mit etwas ganz Anderem beschäftigen. Dann ist es wahrscheinlicher, dass es eine Lösung gibt.
In einem Buch - ich glaube zu Streßbewäligung - wurde ein Graphikdesigner beschrieben, der mit Burn-Out belastet sich eine Auszeit genommen hat. In dieser langen Auszeit hat er einen Lebenstraum verwirklicht und in einer Hütte in Kanada gelebt. Das Leben dort war ganz anders und er mußte ganz andere Anforderungen bewältigen.
Danach zurück in seinem Job waren die kreativen Fähigkeiten wieder da. Das Burn-Out war bewältigt. Er bemerkte auch, dass er für die kreativen Täigkeiten noch viele Jahre auf die Erfahrungen in der kanadischen Wildnis zurückgreifen konnte.
Kreativität braucht Entspannung und Abwechslung
Also Kreativität braucht Entspannung und Kreativität braucht Abwechslung. Wir empfehlen allen Menschen - auch unseren Patienten - Flexibilität zu trainieren. Es muß nicht das Jahr in der kanadischen Wildnis sein!
Das können sich die wenigsten vorstellen und leisten.
Es reichen so alltägliche Dinge, wie einen anderen Weg zur Arbeit fahren, in einem anderen Supermarkt einkaufen oder in eine andere Stadt zum Bummeln oder Kaffeetrinken fahren.
Trainingsmethode für Kreativität
Jetzt beschreibe ich noch eine Methode, die ganz gezielt Kreativität trainiert: Es ist ein Spiel mit Assoziationen - Sie können das auch als Gesellschaftsspiel ausprobieren und die Originalität bewerten lassen:
Suchen Sie einen alltäglichen Begriff, z.B. "Apfel". Als nächstes suchen Sie ein Wort oder Begriff, der möglichst gar nichts mit diesem ersten Begriff gemeinsam hat. Z. B. "Space Shuttle".
Unser Gehirn organisiert das Wissen in Gruppen. Die Dinge sind nach Ähnlichkeit (oder nach "gemeinsam erlebt") vernetzt und abgespeichert. Bei Apfel sagen die meisten als nächstes "Baum" oder "Birne" oder "Kuchen".
Wenn Sie einen Begriff suchen, der möglichst weit vom ersten Begriff entfernt liegt, trainieren Sie das Gehirn neue Verknüpfungen/ Vernetzungen herzustellen. Das ist Kreativität. Das fördert die Kreativität.
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