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Identität - wie wir es schaffen, jeden morgen der selbe Mensch zu sein

  • carolineschroeder2
  • 12. Nov. 2024
  • 3 Min. Lesezeit

psychotherapiejetzt - Praxis für Psychotherapie Caroline Schröder Serie FunFacts




Wir haben eine stabile Idenität

Haben Sie darüber schon mal nachgedacht? Wie schaffen wir es jeden morgen als der selbe Mensch wieder aufzuwachen? Das ist für uns so selbstverständlich, dass darüber nachzudenken fast schwer fällt. Es ist eine Voraussetzung für unseren Alltag in Beruf und Privat. Vor allem für reibungsloses - oder eher reibungsarmes - Zusammenleben mit unseren liebsten Nächsten und den Freunden, Kollegen und Nachbarn.

Wenn ich Sie fragen würde: "Haben Sie sich verändert - in den letzte Tagen oder in einem Monat?" würden die meisten etwas befremdet antworten "Nein". Und das ist gut so. Wir brauchen Stabilität und Konstanz in unserem Leben. Wir brauchen einen stabile Identität.


Eine kognitive Leistung ... kann gestört sein

Die Tatsache, dass wir das hinbekommen ist eine große Leistung unseres Gehirns. Wir sind jeden morgen der selbe Mensch.

Wie bekommen wir das hin? Welche Faktoren ermöglichen das?

Zuallererst - ein gesundes Gehirn, eine gesunde Neuro-Physiologie, die diese Leistung ganz selbstverständlich erbringt.

In der Psychiatrie gibt es Diagnosen, da schaffen die Menschen es nicht mehr, jeden morgen als der selbe Mensch aufzuwachen. Da gibt es beeindruckende und beängstigende Veränderungen - z.B. bei einer depressiven Entwicklung, bei einer Manie, bei einer Psychose, einem Schlaganfall. Da ist der Auftrag an die Behandlung die alte Stabilität und Konstanz - die Identität - wieder herzustellen. Es gibt auch die Dissoziativen Störungen. Da besteht die Symptomatik vor allem darin, dass die Konstanz der Identität nicht vorhanden ist. Da is der Auftrag, diese zersplitterten Teile der Persönlichkeit möglichst in eine Identität zu integrieren.


Die Narrative Psychologie

Die narrative Psychologie hebt hervor, dass wir unsere Idenität und unser Verhältnis zur Umwelt definieren, indem wir Geschichten (Narrationen) über uns und die Umwelt erzählen. Es geht also um die Gedanken - eine Ebene, die in der Verhaltenstherapie sehr wichtig ist. Lesen Sie dazu auch den letzten Arikel in meinem Blog.

Diese Geschichten, die wir uns über uns selbst erzählen, ist jeden morgen die Selbe. Damit schaffen wir es jeden morgen als der selbe Mensch wieder aufzuwachen. Mit diesen Geschichten, die wir uns selbst erzählen, geben wir dem Leben und unseren Handlungen auch Sinn und Bedeutung. Es ist also der ständige Gedankenstrom, mit dem wir es schaffen immer der selbe Mensch zu sein.


Das Ziel in der Psychotherapie - Veränderung

In der Regel fragen wir in der Psychotherapie, wie wir den Menschen helfen können, sich zu verändern - also nicht der selbe Mensch zu bleiben. Deswegen ist auch für uns Psychotherapeutinnen die Frage mehr als überraschend.



Wie steht denn diese Idenitäts-herstellende Geschichte in Zusammenhang mit der Psychotherapie? Ganz klar - wir sollen es den Patienten ermöglichen, dass sie am Ende einer erfolgreichen Therapie wieder eine andere, positive Geschichte über sich erzählen können. Vielleicht ist das zu weit gegriffen: die Patienten sollen am Ende einer erfolgreichen Psychotherapie eine neue andere Identität haben.

Das wird mit vielen Methoden angestoßen - Psychoedukation, Umdeutungen im Gespräch, Vernachlässigte Aspekte hervorheben, Beobachtungs- und Übungs-Hausaufgaben für neue Erfahrungen, etc..

Durch die narrativen Psychologie wissen wir, dass wir den Patienten ganz gezielt dazu auffordern können, eine andere Geschiche über sich zu erzählen. Wenn der Patient sich als schüchtern beschreibt, kann er ausprobieren, wie es sich auswirkt, wenn er über sich denkt (die Geschichte, die er über sich erzählt) - "ich war schüchtern, jetzt bin ich selbstbewußt!". Das könnte eine Affirmation oder Selbstinstruktion sein, die der Patient täglich wiederholt.

Das gute dabei ist womöglich, dass die Veränderung nicht zu schnell geht, weil die alten Geschichten, die wir uns erzählen, doch nicht so schnell umgeschrieben werden. Wir brauchen diese Konstanz und Stabilität.

psychotherapiejetzt - Praxis für Psychotherapie Caroline Schröder © 2024





 
 
 

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